
Die paraguayische Währung ist der Guaraní, unterteilt in 100 Céntimos. Im Umlauf sind Banknoten zu 5.000, 10.000, 20.000, 50.000 und 100.000 Guaraníes, sowie Münzen zu 10, 50, 100 und 500 und 1.000 Guaraníes. Im 2008 lag der Wechselkurs für 1.- EURO bei 6.100 Gs. Landes- und Fremdwährungen können unbeschränkt ein und ausgeführt werden. In vielen Geschäften und in allen Banken werden die international üblichen Kreditkarten akzeptiert, letztere wechseln auch Traveller-Schecks.
Paraguay ist ein einziger Duty-Free-Shop. Bezahlt wird entweder in der Landeswährung oder in letzter Zeit auch immer öfter in US-Dollar. Preiswert sind Zigaretten, Alkohol, Fleisch, Benzin, Elektronik und Marken-Textilien und alle im Lande produzierten Artikel (z.B. Kunstgewerbe).
Die Inflation zieht an. Mit einer Rate von 1,7 % im November 05 scheint die Zeit der Geldwertstabilität zu Ende zu gehen. Für die letzten 12 Monate macht die Inflation nunmehr 12,3 % aus. Gleichzeitig zeigt sich der Außenwert der Landeswährung erstaunlich stabil. Das dürfte sich aber nun ändern. Ein künstliches Festhalten an einem billigen Dollar würde die Importe begünstigen. Die gestiegene Inflation erleichtert so manches Geschäft, reduziert aber die Kaufkraft Jener, die feste Einnahmen haben. Fachleute wollen wissen, dass die Zentralbank schuld an der steigenden Inflation ist, weil Geld über das Wirtschaftswachstum hinaus gedruckt wird. Zwei Gründe dafür: die jetzige Regierung macht jetzt schon Werbung für ihre Wiederwahl, was laufende Wahlgeschenke bedeutet; die Zentralbank hatte Jahre lang eine schwarze Kasse, aus der sich nicht nur die Funktionäre bedienten, sondern mit der auch Sonderausgaben der Machthaber bestritten wurden. Die Vorlage eines um G 1 Billion defizitären 2006-Staatshaushaltes durch das Parlament, in dem sich vor allem die Abgeordneten bedienen, wird die Geldentwertung noch beschleunigen. Man tut gut daran, sich in Guarani zu verschulden und Dollar zu sparen. Die Zentralbankchefin Monica Perez weist darauf hin, dass laut Gesetz die Zentralbank mit etlichen Behörden gemeinsam die Geld- und Zinspolitik zu formulieren hat, für deren Durchführung sie dann allein verantwortlich ist. Auch seien die Kosten für die Geldpolitik in den Staatshaushalt aufzunehmen. Es dürfe keinen Parallelhaushalt in der Bank geben. Perez versucht nun, der inflationären Tendenz zu begegnen.
Das Wirtschaftswachstum wird 2005 3 % betragen, so das wichtigste lateinamerikanische Institut für Wirtschaftsforschung Cepal mit Sitz in Santiago de Chile. 2004 seien es 3,8 % gewesen, so der Bericht. Der Rückgang habe seine Ursache in der kleinen Sojaernte. Für 2006 wird mit einem ähnlichen Wachstum wie 2005 gerechnet. Die Arbeitslosenrate sei von 14 auf 12 % gefallen. Die Inflation werde von 2,8 % 2004 auf 11,5 % steigen. Die Exporte werden 2006 wegen einer besseren Sojaernte steigen. 2005 haben sie sich auf Grund der guten Entwicklung bei Fleisch gehalten. Die Zentralbank teilt die Meinung des Cepal zur Inflation nicht; sie rechnet mit 13,5 % für das Jahr 2005. 08u.
Die Interamerikanische Entwicklungsbank beziffert die Höhe der Überweisungen von Paraguayern aus dem Ausland auf USD 506 Mio für dieses Jahr. Dieser enorme Beitrag zur Zahlungsbilanz kommt vor allem aus den USA, Spanien und Argentinien. Allein durch die 171 Zahlstellen der 130 Jahre alten US-Firma Western Union zahlen 25.000 im Ausland arbeitende Paraguayer Geld an ihre Verwandten im Lande, wobei aus Spanien durchschnittlich USD 350 je Sendung kommen, aus den USA USD 250, aus Argentinien USD 165. Damit wären die Gastarbeiterüberweisungen zweitwichtigster Devisenbringer nach der Soja.
Die Devisenreserven des Landes liegen per November 05 bei USD 1,29 Mrd, zu viel, wie ein Volkswirt meint. Den hohen Reserven stehen zu viele Guarani gegenüber, die beim Eingang von Dollar von den Banken in Umlauf kommen. Das habe die Inflation angeheizt, so der Fachmann. Die Zentralbank müsse versuchen, die Reserven auf USD 1,1 Mrd zurückführen, denn das sei die für das Land empfehlenswerte Höhe. Die Deviseneingänge von Privat, sei es Exporteuren, Tourismusbetrieben, Auslandsparaguayern transferieren beim Umtausch Guarani auf den Markt. Die Quelle kommentiert allerdings nicht die Zahlungsbilanz, die ausweist, welche Mengen von Guarani wiederum in Auslandswährung für Importe oder andere Ausgänge getauscht und ggf. bei der Zentralbank stillgelegt werden.
Die Präsidenten Paraguays und Venezuelas vereinbarten die Lieferung von Dieseltreibstoff aus Venezuela nach Paraguay, wobei 25 % des Wertes auf Kredit auf mindestens 15 Jahre Laufzeit geliefert werden. Der Kredit wird ab dem dritten Jahr getilgt und kostet 2 % Zinsen auf US-Dollar im Jahr. Mit dem gestundeten Geld will die Regierung Biotreibstoffe fördern und Klein- und Mittelbetrieben helfen. Venezuela will auch helfen, die stillgelegte staatliche Erdölraffinerie bei Asuncion zu modernisieren, damit dort venezolanisches Erdöl destilliert werden kann. Mit den Lieferungen soll in einigen Monaten begonnen werden. Das Parlament kann dann entscheiden, ob es das Geschäft, zu dem eine Staatsgarantie verlangt wird, billigen will. Der Staatsbetrieb Petropar, der den Treibstoff importieren soll, hat kein Geld. Die Präsidenten Duarte und Chavez wollen die Solidarität in Südamerika fördern. Für den Fall, dass die Erdölpreise erheblich steigen, darf Paraguay, wie Kuba, in Waren und Dienstleistungen zahlen. – Der Tankstellenbesitzer Blas Zapag fordert das Parlament auf, eine Staatsgarantie für den Dieselkredit Venezuelas abzulehnen, denn andernfalls würde in 15 Jahren eine zusätzliche Auslandsschuld von USD 2 Mrd aufgebaut, die jetzige Schuld also verdoppelt. – Fantastische Pläne hat der Chef des Exportförderungsbüros. Er will Ware gegen Diesel liefern. Käufer sollen die für die Armen errichteten staatlichen Supermärkte Venezuelas sein. Mit Fleisch zweiter Güte, Pflanzenöl, Hähnchen, Wurst, Bohnen, Milchprodukten, Zucker, auch Biozucker, Süßigkeiten, Baumwollgarn soll der Treibstoff bezahlt werden. Liefern sollen Genossenschaften, die durch das Außenministerium geschult werden sollen, so der fantastische Plan. Immerhin könnte Venezuela Produkte aufnehmen, die sonst vom Weltmarkt verschmäht werden. Die venezolanische Regierung müsste die Produkte dann mit Subventionen für die Armen preislich zugänglich machen, wenn er denn schon von Staat zu Staat handeln will.
Eine Krise zieht bei der Zentralbank herauf. Vierzig Mitarbeiter, zum Teil Akademiker mit Auslandsausbildung, wollen die Bank verlassen, weil sie nicht das Vertrauen ihrer Chefin Monica Perez haben, so die Erklärung. Etliche dieser Leute sind mehr als 10 Jahre, einer 26 Jahre bei der Bank. Für Perez ist die Situation ungemütlich, noch schlechter aber für den Staatspräsidenten, der immer wieder gegen alte Seilschaften kämpfen muss, um seine neuen Leute durchzusetzen. Die Zentralbankpräsidentin täte gut daran, dem Präsidenten durch mehr Diplomatie zu helfen. Er fordert nun Haltung von der Zentralbankmannschaft.
Der Export von Fleisch und Nebenprodukten der Viehzucht wie Leder liegt 2005 75 % höher als 2004 und wird per Jahresende bei einem Wert von reichlich USD 300 Mio liegen. 70 % davon machen die rund 120.000 t Rindfleisch aus, dessen Hauptkäufer Russland mit rund 50.000 Tonnen ist. Eine ständige Drohung ist die Möglichkeit des Auftauchens von Maul- und Klauenseuche. Insider und brasilianische Kreise behaupten, die Möglichkeit sei recht konkret.
100.000 l Milch exportiert die Genossenschaft Chortitzer Komitee des Chaco monatlich nach Brasilien, so ihr Leiter in Asuncion Eddy Giesbrecht. Das Geschäft kam mit Hilfe einer US-Organisation für Exportförderung zu Stande. Demnächst sollen Käse und Joghurt folgen. Die ausgezeichnete Qualität der Mennonitenprodukte konnte die brasilianische Konkurrenz beim dortigen Verbraucher ausstechen.
Die Zentralbank wird Geldscheine im Wert von G 20.000 in Umlauf bringen. Damit will sie Geld sparen, denn die 10.000er Scheine unterliegen einem starken Verschleiß und müssen in hohem Maße ersetzt werden. Hier ergibt sich schon mal eine Ersparnis von 50 %. Auch hapert es momentan mit dem Nachschub an 10.000ern. Für das Publikum ist der 20.000er eine Verbesserung nach 60 Jahren seit der Einführung des Guarani.
Die Hauptorte der beiden wichtigsten Mennonitenkolonien im Chaco, Loma Plata und Filadelfia, erhalten Stadtrecht. Den Gesetzesvorschlag machte der Abgeordnete Hans Thielmann im Unterhaus des Parlaments. Mit der neuen Regelung soll die Verwaltung zu Gunsten der Bevölkerung erleichtert werden. Bisher mussten Gemeindebelange in Villa Hayes bei Asuncion erledigt werden. Senat und Regierung müssen noch zustimmen.
Staatspräsident Duarte Frutos wies das Angebot der Moon-Sekte, dem Staat 30.000 ha Land zu schenken, damit die Enteignung von 52.000 ha unterbleibt, zurück. Unterdessen weist der Chef der Behörde für Staatsland darauf hin, dass das Enteignungsgesetz falsche Katasternummern enthält und geändert werden muss. Seiner Auslegung nach darf die Regierung die Enteignung in zehn Jahresraten zum Einheitswert zahlen. Der Wert betrage hier G 42.000, rund USD 7, je Hektar. Mit dieser Auslegung im Widerspruch steht das Investitionsschutzabkommen zwischen Paraguay und Korea, in dem es heißt, Enteignungen müssen sofort und zum Marktwert bezahlt werden. Der Sektenführer Moon hat die koreanische Regierung hinter sich, die nun steigenden Druck auf Paraguay ausübt, den Fall ordentlich zu regeln.
Daten der Weltbank weisen nach, dass Paraguay zusammen mit Brasilien und Ländern Südafrikas eine der schlechtesten Einkommensverteilungen weltweit hat und sich unter den zwanzig negativsten Ländern befindet. Das werde durch Angaben wie die hoher Säuglingssterblichkeit bei den Armen und schwierigen Zugangs zu Eigentum am Boden unterstrichen, heißt es weiter. Dagegen stellt die Weltbank fest, dass 95 % der Kinder Zugang zur Schule haben. - In der Tat verdient ein Straßenhändler ein Fünfzigstel von dem eines Parlamentsabgeordneten. Damit kann er aber immer noch ausreichend essen. Dem Hungertod preisgegeben sind dagegen vor allem abgeschobene Kleinkinder, ein Symptom der Misere einer Randbevölkerung. Der Zugang zu Land dagegen ist einfach. Schon für USD 10 im Monat kann ein Wohngrundstück von 360 qm auf 130 Monatsraten erworben und sofort bezogen werden. Weit mehr muss für den Bus zum Arbeitsplatz aufgewendet werden. Der Abstand zwischen Arm und Reich stieg in der Stroessner-Zeit, nicht durch Verarmung des Volkes sondern durch Bereicherung der Machthaber, vor allem bei den Staatsmonopolbetrieben. Allerdings braucht der Arme am Stadtrand mehr Geld als auf dem Lande. Die Armengürtel um die Städte sind in der Tat eine Zeiterscheinung, in der die Menschen aus einer weitgehend auf Selbstversorgung basierenden ländlichen Gesellschaft in die Geldwirtschaft überwechseln, ohne dort Fuß gefasst zu haben. Die Zahlen der Weltbank berücksichtigen diese Lage nicht. Sie gehen vom Einkommen aus. Es ist aber ein Unterschied, ob man einen Dollar pro Tag auf dem Lande oder am Stadtrand einnimmt, wo selbst eine Zitrone gekauft werden muss, geschweige denn Maniok bzw. Brot und Milch.
Vertreter aus drei Kontinenten und der Weltbank nahmen in Asuncion an einem Seminar über öffentliche Trinkwasserversorgung teil. Paraguay ist weltweit an der Spitze bei der Versorgung durch Private, die hier 30 % des Trinkwassers liefern. Dazu reicht ein Tiefbrunnen, meist kaum mehr als 100 m tief, eine Minikläranlage und ein Rohrnetz, prekär entlang den Erdstraßen eingegraben. Vielfach wird ohne Wasserzähler gearbeitet, wobei ein Viertelzollrohr an den Verbraucherhaushalt geführt wird, so dass der Verbrauch gedrosselt ist. So wird monatlich der Gegenwert von ca. USD 2 kassiert. Kein Wunder, dass andere Länder Lateinamerikas, Afrikas und Asiens mehr über das Verfahren wissen wollen. Paraguays Vorteil ist der Reichtum an gutem Grundwasser.
Rund 16.000 Paraguayer haben Aids. Das sind etwa 0,27 % der Bevölkerung. Bislang sind rund 800 Menschen im Lande an Aids gestorben. Zwei Drittel der Kranken sind Männer. Zur Zeit wird kostenlos mit Medikamenten behandelt. Krank sind vor allem die jüngeren Jahrgänge, 32 % sind zwischen 15 und 25 Jahre alt, 15 % unter 15.